Zukunftsgedanken

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Ganz normal ...

Interessante BücherPosted by Heiko Müller Wed, July 20, 2011 10:40:42
Ganz normal ... und doch ganz anders? Als Schüler wurde ihm immer wieder erklärt, dass er schusslig ist, dass er sich einfach nicht richtig konzentrieren kann und dass er ständig reinredet. Er sei frech, er sei ein Träumer, er wird sicher nie erfolgreich.
Das war vor 15 Jahren.
Heute würde man das so nie wieder sagen. Heute gibt es einen Fachbegriff für junge (und auch ältere) Menschen, die diese Auffälligkeiten zeigen. Man nennt es ADS oder ADHS. Behandelt wird diese "Krankheit" mit Medikamenten wie Ritalin. Diese helfen uns und unseren Kindern - oder nur uns?? mit den Problemen unserer Kinder klar zu kommen.
Richtig? Oder nur modern?
Was passiert eigentlich, wenn man feststellt, dass man seine Jugendkrankheit als Erwachsener nicht verliert? Was passiert, wenn man trotz aller Medikation immer noch unter den Folgen und Herausforderungen von ADS leitet?
Leider kommt es tatsächlich ziemlich in Mode, dass Kinder mit Medikamenten in die Normalität geprügelt werden. Hier eine beruhigende Tablette, da eine Anpassungspille ... und schon ist alles gut.

Oder auch nicht. Vergessen wird oft, dass es sich bei ADS gar nicht um eine Krankheit handelt, sondern um eine körperliche Besonderheit, wie es die Autorin Lynn Weiß in ihrem Buch "Leben mit ADS" beschreibt.
Dieses Buch war eines der besten, die ich zu diesem Thema gelesen habe. Gründe dafür gibt es viele. Einer der wichtigsten war sicherlich, dass das Thema Medikation bei ADS erst auf den letzten 3 Seiten beschrieben wird.
ADS ist eine Besonderheit, mit ihren Vor - und Nachteilen, so die Intension der Autorin.
Wie jede andere Besonderheit, kommt es darauf an die Stärken und Schwächen zu analysieren und diese zu maximieren, bzw. zu minimieren.
ADSler sind oft risikobereit, sind gut darin als Selbstständige zu arbeiten. Sie sind erfolgreich, weil sie auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen können, sind multitaskingfähig und entwickeln oft eine schnelle emotionale Nähe zu Anderen.
Die Kehrseite ist sicher ihre Impulsivität, ihre Sprunghaftigkeit und ihr Hang zur permanenten Unordnung.
Um die Stärken wirklich zur Entfaltung zu bringen, ist es nötig an den Schwächen zu arbeiten. Dabei geht es einem ADSler nicht anders, als jedem anderen Individuum. Wir haben alle unsere Schwächen, die es zu minimieren gilt.
Nur das der ADSler gezielte Routinen und Strategien braucht. Ganz ausführlich beschreibt Lynn Weiß, wie diese Strategien entwickelt werden können und wie man sich als besonderes Individuum verstehen kann.
Nein, ich bin nicht krank oder eingeschränkt. Ich bin mit besonderen Fähigkeiten gesegnet. Fähigkeiten, die mich zu einem einzigartigem Menschen machen, so wie jeder einzigartig ist.
Dieses Buch sei allen empfohlen, die ihr ADS aus einer ganz neuen Perspektive sehen wolllen und sich weiterentwickeln wollen.
Die Autorin macht sicher keinen Bogen darum, dass man als ADSler auch Menschen um sich herum braucht, die Prozesse begleiten, die an unserer Seite stehen, die uns coachen, trainieren und uns helfen, aber das ist auch kein Geheimnis. Medikamente sind nicht der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben mit ADS. Medikamente verschleiern unsere Persönlichkeit. Strategien, Training, Begleitung - das ist es was wir brauchen. Und die Erkenntnis, dass wir auch stark sind.

Auch das kann Coaching und Training leisten - Strategien entwickeln, gemeinsam Vision für ein Leben mit ADS entwickeln.